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3. Praxisbeispiele
Als Praxisbeispiele wurden Zentren und Initiativen ausgewählt, die ein Programm zur
Beratung und Qualifizierung von Hochschullehrenden im Bereich neuer Medien in der Lehre
anbieten. Sie dienen als exemplarische Fälle der Hervorhebung einzelner Instrumente und
Besonderheiten. Die Qualifizierungsansätze unterscheiden sich bezüglich ihrer institutionel-
len Verankerung (Fortbildungseinrichtung, Rechenzentrum oder andere), ihrer zeitlichen
Dauer (einmaliges oder dauerhaftes Angebot, zeitliche Befristung), ihrer Formen (Work-
shops, Beratung, Vortragsreihen, Netzwerke, Multiplikatorenschulungen), ihrer Zielgruppe
und Inhalte sowie in ihrer Einbettung in gesamtuniversitäre Maßnahmen und Strategien.
3.1 University Wollongong, Australien
Die University Wollongong, Australien, unterscheidet die Bedürfnisse der Hochschul-
lehrenden nach dem Stand ihres Medieneinsatzes in der Lehre (Wills, Alexander 2000).
Lehrende werden bezüglich ihres Level of Use of Innovation befragt: sie können sich selbst
einstufen und so ihren Fortbildungsbedarf erheben. Workshops werden zur Erzeugung von
Aufmerksamkeit und Motivation angeboten. Die nachhaltige Umsetzung wird durch
gruppenbasierte Prozesse unterstützt, die neben der Analyse von Rollen und Aufgaben auch
die Vermittlung von Führungskompetenz, Projektmanagement usw. vorsehen. In jedes Team
werden je nach Bedarf Vertreter verschiedener universitärer Einrichtungen eingebunden.
Dabei kam es zu einem Zusammenschluss der Einrichtung, welche die Medienproduktion
übernahm, mit der hochschulinternen Fortbildungseinrichtung zum Centre for Educational
Development and Interactive Resources (CEDIR), das jetzt ein gemeinsames Angebot aus
didaktischer Weiterbildung, Qualifizierung, Beratung und technischer Umsetzung bereitstellt.
Wills und Alexander (2000) betonen in ihrer Darstellung die Wichtigkeit des Managements
dieser Prozesse und der geeigneten Rahmenbedingungen. Dazu zählen sie die
Bereitstellung unterstützender Maßnahmen für die Lehrenden im Bereich technischer
Infrastruktur, die Beratung bei der Evaluation von Projekten, die Anerkennung deren
Leistungen auf das Lehrdeputat und die Unterstützung von Kooperationen in Projekten sowie
bei der Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse. Auch die Anerkennung und
Unterstützung durch Führungsgremien wie Dekanate und Präsidium zählen sie zu den
herausragenden Erfolgskriterien.
3.2 Universität Basel, Schweiz
Die betrachtet bei der Einrichtung des LearnTechNet, eines Zentrum für Neue Lern-
technologien, die Entwicklung digitaler Lehrmedien als arbeitsteiligen Prozess und strebt
eine arbeitsteilige Organisation zur Medienentwicklung an der Hochschule an (Bachmann,
2002). Das LearnTechNet ist ein Dienstleitungsnetzwerk verschiedener Einrichtungen.
Schon heute wird an der Universität Basel eine beispielhafte Beratung der Hochschul-
lehrenden geleistet, die sich durch die Verzahnung der entsprechenden Stellen auszeichnet.
Während sich das Ressort Lehre der didaktischen Beratung der Lehrenden widmet, wird
nach
Abstimmung
eines
didaktischen
Konzeptes
gemeinsam
mit
dem
Universitätsrechenzentrum eine Auswahl der entsprechenden technischen Ressourcen
vorgenommen. Begleitende technische Workshops qualifizieren bei der Umsetzung der
technischen Komponenten. Hochschullehrende können auf Tools wie BSCW und WebCT
zurückgreifen, um ihr Lehrangebot ins Netz zu stellen. Auch im Dozierendenprogramm der
Universität Basel, einer einjährigen weiterqualifizierenden Ausbildung in Hochschuldidaktik,
ist der Einsatz neuer Medien verankert (Tesak, 2000): Die Workshops Neue Medien und
Technologien in der Präsenzlehre Teil 1: eKommunikationsmedien: Merkmale und
Nutzungsformen und Teil 2: Didaktische Konzeption und Szenarien computergestützten
Lernens sind in das Angebot integriert. Die Workshops werden auch über das interne
Fortbildungsangebot der Universität Basel angeboten und sind so auch für diejenigen
zugänglich, die nicht am einjährigen Dozierendenprogramm teilnehmen. Eine Vernetzung
der Projekte findet über Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen, Workshops und
Schulungen statt. Geplant ist zudem die Einrichtung einer eLearning Community, die neben
der netzbasierten Kommunikation 14tägige Treffen mit Vorträgen und Erfahrungsberichten
aus den Projekten vorsieht.
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