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Als Artikel erschienen in: Gudrun Bachmann, Odette Haefeli, Michael Kindt (Hrsg.): Campus 2002:
Die virtuelle Hochschule in der Konsolidierungsphase. Münster: Waxmann Verlag, S. 123 - 136.
Claudia Bremer
Qualifizierung zum eProf?
Medienkompetenz und Qualifizierungsstrategien für Hochschullehrende
Einleitung
Welche Kompetenzen benötigen Hochschullehrende, um neuen Medien in der Lehre
einzusetzen? In diesem Beitrag soll beleuchtet werden,
o welche Rolle haben Hochschullehrende beim Einsatzes neuer Medien in der Lehre,
o welche Aufgaben und Anforderungen kommen in diesem Kontext auf sie zu und
o welche Qualifizierungs- und Beratungsangebote sind dabei geeignet?
Zur Beantwortung dieser Fragen wurde an verschiedenen Hochschulen untersucht, welche
Aufgaben beim dem Einsatz neuer Medien bei den Lehrenden verbleiben und welche von
internen und externen Anbietern (auch Rechen- und Medienzentren) übernommen werden
sowie welche Qualifikationen Lehrende benötigen, um diesen Prozess zu steuern,
entsprechende Entscheidungen treffen und Konzepte entwickeln zu können, um das medial
gestützte Lehrangebot zu pflegen und zu betreuen. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse der
Untersuchung zusammen.
1. Welche Rolle und Aufgaben haben Hochschullehrenden im Kontext neuer Medien?
Hier sticht ein Paradigmenwechsel ins Auge: während Lehrende bisher ihre Veranstaltungen
größtenteils selbstständig planen, vorbereiten und durchführen konnten, ändert sich dies im
Kontext der neuen Medien. Hochschullehrende ziehen zum Einsatz neuer Medien in der
Lehre zunehmend andere Personen hinzu, die sie bei der Vorbereitung und Durchführung
ihrer Lehrveranstaltungen unterstützen (Ryan, Scott, Freeman & Patel, 2000; Inglis, Ling &
Joosten, 1999). Besonders in netzbasierten Veranstaltungen lässt sich eine neue
Arbeitsteilung beobachten: Daniel (1996) betont, dass der Einsatz von neuen Technologien
in der Lehre zu einer zunehmenden Disaggregation ihres Produktionsprozesses führt. Die
inhaltliche Verantwortung und Erstellung des Lernmaterials, die technische Umsetzung, die
Betreuung und die Vermarktung des Angebotes werden zunehmend organisatorisch getrennt
(Daniel 1996).
Didaktische Kompetenzen
Hochschullehrende benötigen Kenntnisse bezüglich einer Mediendidaktik, die den Einsatz
der Informations- und Kommunikationstechnologien als Lehr- und Lernmittel beschreibt
(Groebel, 2001; Flechsig, 1970; Kerres, 2001; Klimsa, 1997). Bates (1995, p. 245)
beobachtet:
The problem is not so much of knowing how to use a particular technology, but a lack of an
appropriate conceptual framework to guide the use of technology. Put simply, this means
that many people with the responsibility to teach have not been given an appropriate
instructional framework on which to base their practise.
Er geht sogar weiter in seiner Forderung hinsichtlich der Qualifizierung von Lehrkräften:
Thus it is essential, in order to use technology appropriately in education and training, to
have good grounding in educational theory and teaching practise. However, on its own, this
is not enough. In addition to this basic knowledge teachers must have some understanding
in instructional design and the different, unique instructional characteristics of different
technologies (Bates 1995, p. 246).
Der Medieneinsatz muss entlang eines didaktischen Konzeptes geplant werden. Es wird
dabei
entschieden,
ob
die
neuen
Medien
unterstützend
zur
Präsenzlehre
(Anreichungskonzept), als netzbasierte Veranstaltungen im Wechsel mit Präsenzphasen
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